Chronik und Entstehung des Judo Club TSV Dieringhausen

In Frankreich hatte Günter Oesterreich Judo kennen gelernt. Judo war zu dieser Zeit bei weitem nicht so bekannt wie heute. Deshalb bedurfte es einiger Mühe, den Vorstand des TSV Dieringhausen davon zu überzeugen, der Gründung einer Judoabteilung zuzustimmen. Dabei stand Oesterreich seine Begeisterung für diesen Sport hilfreich zur Seite.

„, Als Arbeitskollege wandte sich Kamerad G. Oesterreich an mich (Walter Kellermann, Schriftführer), mit der Bitte dem Verein TSV 1888 Dieringhausen, den Vorschlag zu unterbreiten, eine Judo Abteilung im Hauptverein zuzulassen. Ich nahm sofort Fühlung mit dem Vorstand auf. Die Meinung war erst sehr zurückhaltend. Als G. Oesterreich seine Gummersbacher Judoka beim Gauturnfest in Waldbröl vorstellte, war es nicht mehr schwer, den Vorstand zur Genehmigung der Gründung einer Judoabteilung zu bewegen. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 23.07.1956 im Hotel Aggerhof, stimmten die Mitglieder des TSV 1888 einstimmig der Gründung einer Judoabteilung zu.“ 1)

Am 30. Juli 1956 wurde dann die Gründung des Judo Club endgültig besiegelt: ,, Zum 30.07.1956 wurde zu einer Gründungsversammlung um 20 Uhr in der Turnhalle Dieringhausen eingeladen. G. Oesterreich und ich arbeiteten für diese Versammlung eine Satzung aus. Sie sollte der Versammlung vorgelegt werden und enthalten folgende Punkte (…)“  1)

Günter Oesterreich war mit großem Engagement Lehrer, Organisator und Motor für den Judosport im Verein und auch darüber hinaus. Zunächst waren allerdings kleine und große Schwierigkeiten zu meistern. Es gab zwar die Trainingsmöglichkeit in der damaligen Aggerhalle, aber es fehlte an Judomatten.

Die Not machte die begeisterten Judoka aber erfinderisch: trainiert wurde auf allem, was zu bekommen war: ,, Zu Punkt Verschiedenes: die brennende Frage nach der Beschaffung einer Übungsmatte! Hier müssen wir vertagen, denn die Anschaffung erfordert hohe Mittel. Mitglieder des Vereins stiften einige Teppiche, die in Verbindung mit den vorliegenden Turnmatten als vorläufige Übungsfläche dient.“  1)

Trotz guter Falltechnik führte das aber nicht selten zum einen oder anderen  blauen Fleck. Das erklärt auch, warum damals mancher Judoka zuhause keinen

,, Teppichklopfer “  mehr sehen wollte. Schließlich gab es dann 1958, dank Unterstützung der Kommunen und des Landessportbundes, eine 5 X 5 m große Judomatte. Darauf hatten alle gewartet. Das gab Ansporn und der Aufschwung ließ nicht lange aus sich warten. Die Mitgliederzahl stieg stetig an und auch der Leistungstand verbesserte sich. Es wurde mit großer Ausdauer und Begeisterung trainiert.

1) aus dem ersten Protokoll des Judo Club

Quelle : Festschrift zum 50-jährigen Vereinsbestehen des Judo Club im TSV 1888 Dieringhausen